EMDR - Eye Movement Desensitization and Reprocessing
Fachartikel von Barbara Tröbinger
Was ist EMDR?
EMDR wurde in den 1980er und 1990er Jahren von der amerikanischen Psychologin Dr. Francine Shapiro zur Therapie von Traumafolgestörungen entwickelt. Seither wurde die Methode durch Experten und Expertinnen weltweit weiterentwickelt und zur Behandlung verschiedener psychischer Erkrankungen angepasst.
EMDR ermöglicht als moderne Traumatherapiemethode die schonende Verarbeitung belastender Erfahrungen, oft in wenigen Sitzungen. EMDR ist eines der am besten wissenschaftlich belegten Traumatherapieverfahren. Die WHO (World Health Organization) hat EMDR als effiziente Methode in der Behandlung von PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung) anerkannt. Darüber hinaus hilft EMDR bei vielen anderen psychischen Erkrankungen und Belastungssymptomen. Stabilisierungstechniken und Selbsthilfetechniken aus dem EMDR können auch selbst angewendet werden. EMDR kann gut in Kombination mit anderen Therapiemethoden eingesetzt werden.
Wann kann EMDR helfen?

Quelle: https://www.emdr-fachgesellschaft.at/download.html
Wie funktioniert EMDR?
EMDR aktiviert das Gehirn, um Blockaden in der Verarbeitung von belastenden Ereignissen aufzulösen. Erinnerungen werden neu abgespeichert und nicht mehr als Belastung erlebt. EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) bedeutet Desensibilisierung und Verarbeitung belastender Ereignisse durch Augenbewegungen (ähnlich den schnellen Augenbewegungen in den REM-Phasen im Schlaf).
Die linke und rechte Gehirnhälfte werden dabei abwechselnd aktiviert durch Augenbewegungen, Tappen oder Töne. Dadurch wird der Verarbeitungsprozess angestoßen, der durch das belastende Erlebnis blockiert war. Erinnerungen werden neu abgespeichert, die dazugehörigen Gefühle, Gedanken und Verhaltensweisen sind für Betroffene nicht mehr belastend.
EMDR-Behandlung: Ablauf
Ablauf und Dauer einer EMDR-Behandlung variieren je nach Schwere der Symptomatik. EMDR ist eine Methode, die in einem sicheren therapeutischen Rahmen angewendet wird und besteht aus mehreren Schritten:
- Sorgfältige Erhebung der Vorgeschichte
- Stabilisierungsübungen zum Umgang mit gegenwärtig belastenden Symptomen
- Traumaverarbeitung mit EMDR zum passenden Zeitpunkt
- Das Trauma wird zur Vergangenheit, d.h. es spielt sich nicht mehr ungewollt als Flashback ein, ein positives Lebensgefühl kann wieder in den Vordergrund treten.
Je nach Anliegen des Klienten/der Klientin wende ich im Rahmen der Psychotherapie auch EMDR an oder vermittle einzelne Selbsthilfetechniken aus dem EMDR zur Stressreduktion.
Was ist EMDR? Infoblatt für Erwachsene
Was ist EMDR? Infoblatt für Kinder
