Therapiesessel und Coach als Setting für die der Psychotherapie/Paartherapie - Mag. Barbara Tröbinger, Psychotherapeutin in Graz

Wie viele Menschen leiden unter Depressionen?

Fachartikel von Barbara Tröbinger

Etwa jeder siebente Mensch leidet im Laufe seines Lebens an einer Depression bzw. einer depressiven Episode. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer. Bei ca. zwei Drittel der Betroffenen verläuft die depressive Symptomatik in wiederkehrenden Phasen ("rezidivierend"). Diese dauern oft mehrere Wochen bis Monate.

Etwa 8% der Erwachsenen sind im Laufe eines Jahres von einer behandlungsbedürftigen depressiven Episode betroffen. Jugendliche (ab 14 Jahren) erkranken etwa gleich häufig an einer Depression wie Erwachsene. Bei Kindern tritt eine Depression eher selten auf (ca. 3%). Die meisten Neuerkrankungen ("Erstmanifestationen") finden sich im vierten Lebensjahrzehnt (im Alter von 30 bis 40 Jahren). Depressive Störungen nehmen Platz 3 in der Reihe der häufigsten psychiatrischen Diagnosen ein.

In Wohlstandsgesellschaften sind Depressionen häufiger als in Armutsländern. Körperliche Krankheit, soziale Isolation, Arbeitslosigkeit und Armut stehen nachweislich in Zusammenhang mit dem Risiko an einer Depression zu erkranken.

Die häufigsten Symptome einer Depression sind mit über 80% Energielosigkeit, Ängste und Schlafstörungen. Selbstmordgedanken (Suizidgedanken) treten bei etwa zwei Drittel der Betroffenen auf, wobei etwa jeder Zehnte Betroffene auch einen Selbstmordversuch unternimmt.

Die Hälfte der Betroffenen leidet an weiteren psychischen Erkrankungen. Eine Depression tritt oft "sekundär" in Folge anderer psychischer Erkrankungen auf, vor allem bei Substanzmissbrauch und Substanzabhängigkeit (z.B. Alkoholabhängigkeit), Angststörungen (z.B. generalisierte Angststörung), Zwangsstörungen, somatoformen Störungen, Schmerzstörungen, Essstörungen (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) und emotional-instabilen Persönlichkeitsstörungen. Auch eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) erhöhen das Risiko, später an einer Depression zu erkranken, deutlich. Umgekehrt können psychische Erkrankungen ebenso Folge einer unbehandelten Depression sein: Substanzmissbrauch/Substanzabhängigkeit, z.B. werden Alkohol oder illegale Drogen in einem Versuch der "Selbstbehandlung" von Schlafstörungen und Niedergeschlagenheit eingesetzt. Auch eine Benzodiazepinabhängigkeit kann bei unzureichender Behandlung einer Depression entstehen. Schmerzstörungen und Essstörungen können die Folge einer langdauernden depressiven Symptomatik sein.

Wie wird die Diagnose "Depression" gestellt? Was sind die Symptome einer Depression?

 

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